Getriebeölspülung für Automatikgetriebe
Wenn die Schaltpunkte nicht mehr stimmen oder der leichte Ruck in den nächsten Gang zu spät kommt, liegt die Ursache oft im Getriebeöl: Es altert, und seine Viskosität verändert sich. Bevor wir spülen, kontrollieren wir aber den Füllstand — es ist schon vorgekommen, dass einfach zu wenig Öl im Getriebe war.
Stimmt der Ölstand und schaltet das Automatikgetriebe trotzdem nicht mehr sauber, ist eine Spülung angesagt. Dafür klemmen wir unser Reinigungsgerät Lube1 zwischen Getriebe und Ölkühler und spülen das gesamte Getriebe unter konstantem Druck, bis das alte Öl vollständig heraus ist. Je nach Modell füllen wir vier bis zwölf Liter frisches Öl ein.
Eingefüllt wird immer das Öl, das der Hersteller für Ihr Getriebe freigegeben hat. Spätestens nach 100.000 Kilometern raten wir zum Wechsel — auch dann, wenn der Fahrzeughersteller für das Getriebe kein eigenes Intervall angibt.
Woran Sie es merken
- Die Schaltpunkte stimmen nicht mehr.
- Der Ruck beim Wechsel in den nächsten Gang kommt zu spät.
Getriebeöl im Automatikgetriebe — der fachliche Hintergrund
Im Automatikgetriebe arbeitet das Öl an mehreren Stellen gleichzeitig: Es schmiert, es überträgt den Druck im Hydrauliksystem, im Drehmomentwandler überträgt es die Kraft, und es stellt die nötige Reibung her. Sein Zustand ist deshalb nicht nur eine Frage der Schmierung, sondern eine Frage der Kraftübertragung.
Warum Getriebeöl altert
Getriebeöl wird mit der Zeit dicker. ZF nennt dafür mehrere Gründe nebeneinander: Das Öl nimmt unter Wärme Sauerstoff auf, es bilden sich Säuren und ölunlösliche Bestandteile, Harz und Schlamm setzen sich ab, die alterungsverzögernden Additive bauen ab — und ein falsch gewähltes Öl steht in derselben Liste.
Wie schnell das geht, hängt am Einsatz. Die beschleunigte Alterung führt ZF ausdrücklich auf hohe Betriebstemperaturen zurück und nennt dazu viele Fahrten mit hohen Geschwindigkeiten, häufigen Betrieb mit Anhänger und sportliches Fahren.
„Mein Hersteller sagt Lebensdauerfüllung“
Diesen Einwand beantwortet der Getriebehersteller selbst. ZF befüllt seine 5-, 6-, 8- und 9-Gang-Automatgetriebe sowie das 4HP20 werkseitig wartungsfrei — und empfiehlt trotzdem einen Ölwechsel nach 150.000 Kilometern, ausdrücklich wegen der vielen Einflussgrößen auf ein Getriebe im einzelnen Betrieb. Wartungsfrei befüllt heißt also nicht: nie. Für die älteren 3- und 4-Gang-Automaten, das 4HP20 ausgenommen, nennt ZF kein eigenes Intervall, sondern verweist auf die Vorschriften des Fahrzeugherstellers.
| Wer | Für welche Getriebe | Empfehlung |
|---|---|---|
| ZF | eigene 5-, 6-, 8-, 9-Gang-Automaten und das 4HP20 | nach 150.000 km, obwohl wartungsfrei befüllt |
| ADAC | Automatikgetriebe allgemein | etwa alle 60.000 bis 100.000 km |
| ADAC | Wandlerautomatik | etwa alle 100.000 km, einschließlich Ölspülung |
Warum nur das freigegebene Öl hineingehört
ATF steht für Automatic Transmission Fluid, das Öl des Wandlerautomaten. ZF gibt vor, nur das jeweils freigegebene ATF zu verwenden, und verweist zusätzlich auf die Leistungsbeschreibung des Fahrzeugherstellers. Eine Freigabe ist dabei mehr als eine Empfehlung: Sie ist die geprüfte Zulassung durch Fahrzeug- und Getriebehersteller.
Aus dem Getriebetyp allein lässt sich die Sorte nicht ableiten. Beim ZF 5HP18 entscheidet das Typenschild: Schwarz bedeutet ATF der Schmierstoffklasse 11B, grün das LifeguardFluid 5, anderes ATF der Klasse 11B ist dort nicht zugelassen. Umgekehrt ist nicht überall ein Spezialprodukt vorgeschrieben — für die alten 3- und 4-Gang-Automaten lässt ZF auch mineralisches ATF nach der ehemaligen Dexron-II- oder Dexron-III-Spezifikation zu. Ein unpassendes Öl kann über veränderte Druckverläufe zu massiven Schaltproblemen bis zum Ausfall führen.
Wovon der Preis abhängt
Gespült wird unter konstantem Druck, bis das alte Öl heraus ist. Was den Umfang unterscheidet:
- Wie viel Öl das Getriebe fasst
- Je nach Modell füllen wir vier bis zwölf Liter frisches Öl ein. Wie viel es im Einzelfall ist, hängt vom Getriebemodell ab.
- Ob es bei der Spülung bleibt
- Die Spülung ist eine Wartung und kein Ersatz für eine Reparatur. Ist das Getriebe bereits geschädigt, braucht es einen anderen Umfang als die reine Spülung.
Häufige Fragen
Ölservice oder Spülung — was ist der Unterschied?
Wird das Öl nur über die Ölwanne abgelassen, bleibt ein Teil davon im System, vor allem im Drehmomentwandler, wenn der keine eigene Ablassschraube hat. Diesen kleineren Umfang nennt ZF Ölservice und stellt ihm die Spülung gegenüber, bei der nach seiner Darstellung das gesamte Öl einschließlich Wandler getauscht wird. Wenn Getriebe- und Fahrzeughersteller in ihren Vorgaben von einer Spülung sprechen, ist damit nach der Fachpresse eine Spülung mit dem sortenreinen Getriebeöl gemeint, nicht mit einer separaten Spülflüssigkeit.
Hilft eine Spülung, wenn das Getriebe schon deutlich ruckt?
Nicht in jedem Fall. Riecht das abgelassene Öl verbrannt oder enthält es Späne, liegt nach ZF ein Defekt am Getriebe vor; dann steht eine Instandsetzung zur Entscheidung und keine Wartung. Und bei Getrieben, die beim Gangwechsel schon stark rucken, genügt es nach einem Fachbeitrag nicht, das Öl mehrfach in kurzer Folge zu wechseln — dann muss der gesamte Ölhaushalt getauscht werden.
Gilt das auch für DSG, PDK oder ein stufenloses Getriebe?
Nur zum Teil. Ein Doppelkupplungsgetriebe — bei VW DSG, bei Porsche PDK, englisch DCT — hat nicht zwangsläufig einen einzigen Ölhaushalt: Für viele ZF-Baureihen führt die Schmierstoffliste zwei getrennte Öle für Kupplungsteil und Getriebeteil, für andere genau eines. Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass bei dieser Bauart die Ölspülung entfallen kann. Ein stufenloses Getriebe braucht ein CVT-Fluid; welche Spezifikation gilt, ist nach dem Produktdatenblatt dem Handbuch des Fahrzeugherstellers zu entnehmen.
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